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gedichte

der abschiedsbrief

Vergiss mich nie, wars, was ich dir lang und breit erklären wollte.
Doch dazu kam es nicht, denn in meiner Verzweiflung
stieß ich gegen das Tintenfass und als es umfiel
ergoss sich sein gesamter Inhalt auf zwei lange Seiten
-vollbeschrieben mit allen Worten aus meinem Kopf-
in schönster Schrift mit allergrößter Mühe.

Ich starrte die Tinte an, wie sie sich ausbreitete, zerronn
und langsam vom Papier aufgesogen wurde.
Die Sätze ergaben auf einmal keinen Sinn mehr, weil
ganze Teile fehlten. Weil Wörter schwarze Flecken wurden.
Auf diesen Blättern hatte soviel Bedeutung gelegen
und so manche Träne. Und nun war alles weg.

Eine weitere Träne rann aus meinem Auge und ich
begann wieder das Leben zu verabscheuen.
Es wollte nicht, dass ich mich dir mitteilte. Es wollte
diese Beziehung einseitig halten. Aufdass nur du
zu mir sprechen konntest. Nein. Ich selbst hatte
das Tintenfass umgeworfen. So nahm ich dann ein neues
Blatt Papier und schrieb drei einfache Wörter darauf:

Vergiss mich nicht.
Ich kann nur hoffen, du wirst diesen Brief erhalten.
Auch wenn du ihn wahrscheinlich nicht verstehst.
20.11.06 19:24


löcher

in löcher zu stürzen
hineinzufallen
wer andern eine grube gräbt
sich zu wünschen
dass es jemand schlecht geht
bedeutet
dass man zu recht
selbst leidet.
und zu wünschen
dass es etwas kaputt geht
bedeutet
dass zu recht
nichts hinhaut.
abzustürzen tief frei zu fallen
eine nur zu gerechte strafe
folge der tat des denkens
alles verdient
und jedes loch
ist nur so tief
wie man selbst.
20.11.06 16:12


wozu

wozu macht man sich die mühe zu leben
wozu macht man sich die mühe atem zu holen
wozu
wenn sich doch alles nicht lohnt
weil es doch endet egal wann irgendwann
wenn nie freude da ist
weil die welt fahl und hässlich ist
wenn niemand mehr wichtig scheint
weil sie sowieso immer da sind
wenn nichts mehr anders wird
weil die umstände sich nicht ändern
wenn man nicht mehr aufstehen kann
weil alles zu fest steht
wenn man sich nicht mehr bewegen will
weil keine ergebnisse sichtbar werden
wozu
wozu sich durch das leben quälen
wozu jeden tag mit stumpfsinn füllen wollen
19.11.06 15:59


verachtung

da nehm ich die welt schon mal wahr
und kann nichts fühlen dabei
ich merke wie taub ich bin
ich versuch mich zu zwingen wenigstens
zu weinen mich zu quälen

irgendetwas zu spüren

aber ich schau mich nur um
und nichts freut mich
und alles ist mir egal.
und ich weiß dass es falsch ist
dass ich gewisse dinge hassen sollte
dass ich gefühle haben sollte
aber es ist egal

ich rede
ich gebe etwas wieder was ich gern beschreibe
gefühle die ich so nicht habe
verachte soviele für alles was sie tun
kann nicht mal auf meine "freunde" zugehen
wünsch mir nur den tag herbei
an dem sie alle unglücklich sind

wenn ich sie ignorieren
und vergessen kann.

soviel verachtung
nicht mal hass es sollte hass sein
auf die welt und alle menschen
auf jedes gesicht
auf jeden gedanken.
aber keine gefühle und alles ist einfach da

es lohnt sich schon wieder nicht zu leben
wenn man das leben nur verachtet
und nicht schätzt
so vergeudet
und die frage bleibt: wozu
aber immer noch
bin ich so fern von den konsequenzen

zuviel hoffnung
und es wäre so wunderbar einfach
wenn die weg wäre.
19.11.06 15:54


die welt und die menschen

ich wil der welt vor die füße kotzen
und nie mehr menschen sehn

ich kann nicht durch die stadt gehen
ohne sie zu hassen wenn ich sie wahrnehme
ich muss sie wahrnehmen weil sie da sind
ich kann nicht weg weil ich hier festhänge

ich kann die welt nicht ankotzen
weil die welt mir nichts getan hat
ich wurde nur hierher gejagt und nicht gefragt
aber die welt hat keine schuld und auch keine füße
das heißt ich kann ihr gar nicht davor kotzen
obwohl ich es so gerne täte.

tja.
nie mehr menschen sehn
und mageninhalt behalten.
6.11.06 20:35


unter die welt getaucht

als wär ich unter die welt getaucht

ich geh durch die stadt ich schau mir die menschen an
nehm die welt war den herbst und suche meine gefühle
kann sovieles nicht finden nicht wissen erkennen

da fühlt sich die welt an wie ein großer wabernder nebel
aus meer und wellen und alles treibt über mir hin
das leben wird schwer aber erdrückt mich nie
aber lässt mich eben auch niemals los ich kann mich nicht wehren

alles treibts über mir ich kann die welt nicht fassen
und viel schlimmer nicht erkennen was mir ist und was ich will
nein eigtlntlich weiß ich recht genau was ich will
aber wie immer denk ich es ist falsch egalw as ich tue
26.10.06 18:10


denke ich---

was ich mir letztens gedacht hab
war dass ich-
doch der gedanke kam nicht zum ende
denn grade fing ich an zu weinen
und eigentlich weiß ich nicht
was ich denken wollte
weil soviel leere in meinem kopf jeden gedanken zur seite schiebt.
ich liebe dieses leben
aber nicht genug mir zu wünschen es für immer und noch wirklcih lange zuleben
ein paar jahre sollten reichen
ein paar jahrzehnte, wenn mich jemand von mir befreit
aber die chancen stehn echt nicht groß.... denke ich.
21.10.06 20:40


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